Winterversand

Der Versand von Tieren stellt ganz besondere Herausforderungen sowohl an den Versender, wie auch den Empfänger. Vor allem muss uns bewußt sein, dass es sich bei den "Waren" um Lebewesen handelt, denen wir gegenüber verantwortlich sind. Dazu möchten wir uns noch an den Grundsätzen des Tierschutzes orientieren. Deshalb sind wir beim Versand von Tieren bei grenzwertigen Temperaturen vorsichtiger als viele andere.

Ein paar Infos zu uns und dem Winterversand:

- Wir versenden bereits seit vielen Jahren Tiere zu allen Jahreszeiten. Die Anzahl der Sendungen, die wir verschickt haben, ist fünfstellig. Damit haben wir umfangreiche Erfahrungen sammeln können und kennen die Grenzwerte für jede Tierart sehr genau.

- wir haben viel Geld in die Hand genommen und uns ein spezielles Messgerät gekauft, mit dem man den Temperaturverlauf in einer geschlossenen Styrobox messen kann. Die gespeicherten Daten können danach ausgewertet werden. Damit haben wir Pakete quer durch Deutschland geschickt, um zu ermitteln, was in der Box passiert. Sowohl mit Heatpack, als auch ohne. Eine der Auswertungen finden Sie in unseren Versandinformationen.

- wir sind ganz bestimmt nicht scharf darauf, die Tiere länger als unbedingt notwendig versorgen zu müssen. Der Versand wird also frühestmöglich erfolgen, aber eben das Tierwohl an erster Stelle!

- Die Pakete werden bei uns am Spätnachmittag abgeholt und am nächsten Tag am Vormittag zugestellt. Zumindest bei Versand mit Tierkurier. Also schreiben Sie uns bitte nicht, dass es doch sooo warm ist und wir doch die Tiere endlich schicken sollten. Es sind allein die NACHTTEMPERATUREN, die darüber entscheiden.  

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Oft gestellte Fragen

Wir haben vor ein paar Tagen von einem anderen Anbieter eine Sendung mit Tieren bekommen. Alles war gut. Warum versenden Sie nicht?

- Reden Sie wirklich von der exakt gleichen Tierart? Für jede Tierart gibt es eine andere Grenztemperatur, bis zu der wir versenden können. Der Unterschied zwischen robusten und empfindlichen Arten beträgt nach unseren Erfahrungen mindestens 5°C.

- Sind die Bedingungen auf dem Transportweg wirklich vergleichbar? Gleiches Temperaturniveau? Gleiche Wegstrecke? Gleiche Zeit, in der die Sendungen auf der Straße sind? Wir schauen uns täglich die Wetterkarte an. Oftmals unterteilt sich selbst Deutschland in sehr unterschiedliche Temperaturzonen (wieviel mehr Europa). So kann es durchaus sein, das jemand aus Norddeutschland zu Ihnen versenden kann, während ein Versand aus Süddeutschland nicht möglich ist. Auch bei uns kommt es vor, dass wir ganz selektiv nur in bestimmte Postleitzahlgebiete versenden - eben dorthin, wo die Temperaturen passen.

Diese Woche soll es bei uns warm werden. Bekomme ich dann meine Tiere?

- Gewöhnlich denkt der Schreiber dabei an die Temperaturen, die er in den Nachrichten hört. Das sind Tagtemperaturen, aber die bringen nichts für den Versand. Siehe oben

- Bitte beachten Sie auch, dass nicht jede Tierart gleich robust ist. Es gibt Arten, die wir bereits ab 2-3° C versenden können, andere benötigen dagegen wenigstens 7-8° C. Wieder andere liegen irgendwo dazwischen. Natürlich richten wir uns dann nach dem empfindlichsten Tier innerhalb einer Bestellung.

- Je nach dem, wie lange eine Kälteperiode dauert, stehen bei uns mehr oder weniger Bestellungen auf Halde. Mit großer Wahrscheinlichkeit können wir diese nicht an einem Tag abarbeiten. Es ist wohl die größte Selbstverständlichkeit, dass zuerst die an der Reihe sind, die am längsten warten. Und da in einer solchen Situation die gesamte Mannschaft nicht nur am Tag damit beschäftigt ist, Pakete zu packen, wird wohl kaum die Zeit sein, solche Mails zu beantworten. Bitte haben Sie Verständis dafür. Wir melden uns, sobald Sie an der Reihe sind.

Lohnt sich für mich der Versand mit Tierkurier?

In jedem Fall lohnt er sich für die Tiere. Und Sie als Halter haben zusätzlich besonders im Winter den Vorteil, dass die Wartezeit nicht so lang ist. Der Unterschied liegt in der Laufzeit der Sendungen begründet. Der Tierkurier garantiert eine Laufzeit von einer Nacht! Damit ist das Problem der Temperaturen besser beherrschbar, da man die Zeit sicher abgrenzen kann. Anders bei Versand mit DHL. Diese können aus verständlichen Gründen die Laufzeit nicht garantieren. Zwar kommen die meistgen Sendungen im Laufe eines Tages an, aber viele auch nicht. Immerhin sind es so viele (zwischen 30% und 40%), dass es sowohl gegenüber den Tieren, als auch gegenüber den Kunden unverantwortlich wäre, zu versenden. Deshalb betrachten wir für den Versand mit Standardpaket die folgenden drei Nächte und Tage.

Ein Upgrade auf Tierkurier ist jederzeit sehr einfach möglich. Sprechen Sie uns an.

Hier die Auswertung der Sendungen, die wir im Februar 2017 mit DHL versendet haben:

Gesamt: 86 Sendungen. Davon benötigten

1 Tag: 53 (61,63%)

2 Tage: 27 (31,40%)

3 Tage: 3 (3,49 %)

5 Tage: 1 (1,16%)

9 Tage: 1 (1,16%)

16 Tage: 1 (1,16%)

Warum verwenden Sie keine Heatpacks? Alle anderen machen das.

Es gibt wohl kaum ein kontroverseres Thema zum Tierversand, als das Thema Heatpack. In der Vergangenheit hatten Heatpacks durchaus ihre Berechtigung, aber seit es relativ kostengünstig Styroporboxen zu kaufen gibt, hat sich die Situation grundlegend verändert. Trotzdem ist der Mythos des Heatpacks nicht totzukriegen. Die wesentlichen Fakten:

- Heatpacks benötigen Sauerstoff, um Wärme erzeugen zu können. In einer geschlossenen Styrobox steht dieser jedoch nicht zur Verfügung. Schließlich muss mit ausreichend Füllmaterial auch dafür gesorgt werden, dass die Tiere auf dem Transport nicht noch zusätzlich durchgeschüttelt werden.

- die Wärmeerzeugung läßt sich nicht kontrollieren. Das kann dazu führen, dass die Temperatur anfänglich, solange die Box noch in einem warmen Raum steht, über das hinaus geht, was die Tiere vertragen. Wir hatten schon mehrere Sendungen bekommen, in denen direkt um das Heatpack herum einige tote Tiere zu beklagen waren. Das Problem beim professionellen Versand ist, dass aufgrund der Menge der Sendungen viele Boxen bereits Stunden vor Abreise verschlossen in einem geheizten Raum stehen. Von uns aus zum Depot sind es nur 10 - 20 Minuten. Dann stehen sie wieder im Warmen. Gegen 20:00 Uhr geht dann die Reise wirklich los. Bis dahin hat allerdings das Heatpack bereits den Geist aufgegeben, nachdem es zuvor die Box überheizt hat.

- Löcher in die Styrobox zu bohren bringt ebenfalls nur kurzfristigen Erfolg, da das Harz im Bereich des Lufteintritts während der Wärmeabgabe verkrustet und damit die Luftzufuhr unterbindet. Von innen werden die Heatpacks mit Klebeband fixiert und damit die Luftzufuhr ebenfalls abgeschnitten. Über die Dauer des Transports halten wir diese Methode für kontraproduktiv.

- Da nach unseren Erfahrungen für die meisten Tiere weniger die absoluten Temperaturen, als die schnellen Temperaturwechsel das Problem darstellt, gehen wir andere Wege.